| |
Zwillingsformeln haben sich auf allen Sprachebenen und in allen gedanklichen und sachlichen Zusammenhängen entwickelt und verfestigt; man findet sie in Poesie, Fachsprachen und Umgangssprache.
Da sie aus verschiedenen Phasen der Sprachgeschichte kommen, sind manche nur noch als Überbleibsel erhalten und nicht immer sofort verständlich, z.B. das A und O, gang und gäbe sein, Krethi und Plethi, mit Mann und Maus. Die Lebensumstände haben sich verändert, die sprachliche Formel ist aber oft unverändert erhalten geblieben.
Aus semantischen, prosodischen und phonologischen Gründen liegt die Reihenfolge der Elemente innerhalb einer Zwillingsformel fast immer fest; m a n k a n n s i e n i c h t b e l i e b i g ä n d e r n.
Äußerlich erscheinen Zwillingsformeln in sehr unterschiedlicher Gestalt. Es gibt
- die schlichte Aufeinanderfolge von zwei Wörtern, z.B.
doppelt gemoppelt, landauf, landab, ruck, zuck;
- die Reihung mit 'und', z.B.
einzig und allein, kurz und bündig, Saft und Kraft, voll und ganz;
- Verbindungen mittels Präpositionen, z.B.
alles in allem, von A bis Z, von Fall zu Fall, Gleiches mit Gleichem;
Die Präpositionen 'an/auf/für/über/um' bieten die Möglichkeit, durch Wiederholung eines Substantivs oder eines Adjektivs eine ununterbrochene räumliche oder zeitliche Abfolge gleicher Ereignisse/Vorgänge auszudrücken oder eine Häufung gleicher Dinge |
 |