Die sechs Modalverben  
 

In der deutschen Sprache gibt es sechs Verben, die man als Modalverben bezeichnet. Es sind dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen.

Mit diesen sechs Verben werden zusätzliche Aussagen über Handlungen, Vorgänge oder Zustände gemacht. Diese zusätzlichen Informationen erscheinen in Form des konjugierten Modalverbs, die Handlungen, Vorgänge und Zustände selbst werden nur in Form eines Infinitivs ausgedrückt. Diese sechs Verben haben also die grammatische Funktion eines Hilfsverbs wie 'haben', 'sein', 'werden' und andere.

Schwierig wird das Verständnis dieser sechs Verben dann, wenn sie nicht als Modalverben verwendet werden, sondern mit einem vollständig anderen Inhalt, einer vollständig anderen Bedeutung; diese Bedeutung deckt sich auch nicht teilweise mit dem Inhalt des Modalverbs; man kann ihn auch nicht als übertragene Bedeutung, als Metapher erschließen/verstehen. Die oft verwendeten Kategorisierungen objektiv und subjektiv sind für das Verständnis dieses Bereichs äußert hinderlich, da sie nichts erklären; sie sind sogar irreführend.

Dürfen, können, mögen und müssen werden auch verwendet zum Ausdruck einer eigenen oder fremden Vermutung.

Sollen wird auch gebraucht zum Ausdruck einer fremden Behauptung über Dritte oder über einen Dritten.

Wollen wird auch gebraucht zum Ausdruck einer Aussage/Behauptung eines Dritten über Handlungen und Vorgänge in vergangener Zeit.

Dürfen, können, müssen und sollen stehen dann oft im Konjunktiv II.

Als finite Verbform kommen die Verben mit diesen anderen Bedeutungen nur im Präsens und im Präteritum vor, nicht im Perfekt, nicht im Plusquamperfekt und auch nicht im Futur.

Durchgehend gleich für alle Verwendungen und Bedeutungen bleibt nur das äußere Erscheinungsbild der sechs Verben, nämlich die syntaktische Eigenschaft als Hilfsverb, die Schreibweise und die Aussprache.

Das Modalverb mögen kann auch als Vollverb verwendet werden, wenn eine persönliche Vorliebe für etwas oder eine Zueignung zu jemandem ausgedrückt werden sollen; die Stammformen sind dann 'mag', 'mochte', 'gemocht'. Beispiele: 'Ich mag diese Stadt. Magst du klassische Musik?', 'Wir mögen uns gegenseitig.'

Die Tatsache, dass mögen hier nicht Hilfsverb ist, darf nicht verwechselt werden mit der bei allen Modalverben bestehenden Möglichkeit, sie elliptisch zu verwenden; das ändert aber nichts an ihrem Inhalt und ihrem Charakter als Modalverben. Beispiele: 'Ich kann Russisch (sprechen/verstehen)'. 'Kann jemand von euch Schach (spielen)?'