Ausdrücke mit Farbwörtern  
  Mit den hier aufgeführten Wörtern sind nicht die Farbe selbst oder ein Material gemeint; beides ist auch  n i c h t  wahrnehmbar. Vielmehr ist das Farbwort hier in einem übertragenen Sinne zu verstehen, der oft nicht bekannt ist, oder aber der Ausdruck stammt aus einem geschichtlichen Zusammenhang, den man nicht (mehr) kennt.

Nur das Farbwort selbst - als Substantiv oder als Adjektiv - sowie Zusammensetzungen mit dem Farbwort und mit dem Farbwort bezeichnete Substantive sind fettgedruckt und indiziert.

 
  blau  
  blau sein, ugs. ~ besoffen, derb, betrunken sein  
  blauäugig ~ ahnungslos; arglos; gutgläubig; kritiklos; leichtgläubig; naiv; unrealistisch;
     vertrauensselig; verträumt; weltfremd
 
  der Blaubart ~ der Frauenmörder;
     ursprünglich französische Märchengestalt
 
  blaublütig sein, blaues Blut haben ~ adelig sein;
     ursprünglich maurische Bezeichnung für die meist westgotischen Adeligen in
     Spanien, deren Adern/Blutgefäße wegen der hellen Haut bläulich wirkten
 
  ins Blaue hinein (fahren/reden), ugs. ~ ohne genaue Kenntnis reden; ins Ungewisse
     hinein, ohne festes Ziel und ohne bestimmten Zweck fahren
 
  blaumachen ~ nicht zur Arbeit gehen, aus einem vorgetäuschten Grund  
  der Blaustrumpf ~ Frau, die einseitig ihre Intelligenz hervorkehrt  
  blaue Bohnen ~ Gewehrkugeln  
  keinen blauen Dunst haben von etw. ~ keine Ahnung/Vorstellung haben von etw.;
     nicht informiert sein über etw.; nichts wissen von etw.
 
  jdm. blauen Dunst vormachen ~ jdm. falsche Hoffnungen/Vorstellungen machen; jdn.
     in die Irre führen; jdm. etw. vorgaukeln/vormachen; jdn. anlügen, belügen,
     irreführen, täuschen
 
  blauer Montag ~ Tag, an dem man ohne Grund nicht arbeitet;
     wahrscheinlich aus der Indigo-Färberei von Tuchen, die immer montags stattfand
 
  sein blaues Wunder erleben [Possessivpronomen je nach Subjekt], ugs. ~ eine
     böse/unangenehme Überraschung erleben
 
  die blaue Stunde ~ die Dämmerung, abends und morgens